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"Das war ja ein wahnsinniges Kopfballtor, nicht?" Eine Frage beschäftigte unmittelbar nach dem Spiel die Fangemeinde im Tivoli und auch eine Reihe von All-Time-Statistikern, die gerade mit dem Monsterprojekt "Tivoli Alt - der Fußball Almanach - 1945-2003" beschäftigt sind: Wer schoss das letzte Tor im Tivoli? Aufgrund unzureichenden Aufzeichnungen der Torschützenliste wird dies wohl eine der umstrittensten und für immer ungeklärten Frage bleiben. Alfred Hörtnagl schoss es nicht (obwohl anwesend). Auch nicht Gilewicz und schon gar nicht Vastic (es gibt Gerüchte über den Torschützen, die aber bei Redaktionsschluss von der CoBi-Sportredaktion nicht bestätigt werden konnten). Fest steht auf jeden Fall, dass dieses allerletzte Tor in keinem regulären Bundesliga-, 1. Divisions- oder gar Regionalligaspiel gefallen ist, sondern beim Aufeinandertreffen zweier, in jeder Hinsicht, außergewöhnlicher Mannschaften. Die CoBi Allstars, verstärkt durch den spielfreudigen Franzobel und den Innenverteidiger Martin Blumenau, trafen an diesem denkwürdigen Dienstagabend des 24. Juni 2003 auf den "Club of Masters" und forderten diesen zu einem Charityspiel, im Rahmen der Präsentation der neuen Cognac & Biskotten Fußballausgabe Nr. 17, heraus. Herausragendster und berühmtester Fußballer der "Club of Masters" Mannschaft war dabei sicher Andi Spielmann (Nomen est Omen). Was die CoBi Allstars jedoch nicht davon abhielt, ihn kräftig in die Zange zu nehmen. Dies nicht aus mangelndem Respekt oder fehlender Ehrerbietung sondern oft schlicht durch Unkenntnis und Fehleinschätzung der Lage. Den meisten war nicht immer bewusst, mit welchen Fußballkalibern man hier den ehrwürdigen Rasen des alten Tivoli teilte. Aber zu viel Respekt wäre eh nicht angemessen gewesen. Man suchte ein faire Konfrontation. Die erste Spielhälfte gehörte klar den Spitzensportlern vom "Club of Masters". Schon in den ersten 10 Minuten fielen 4 Tore gegen die Schreibzunft. Ein paar Schriftsteller überlegten sich sodann, ob sie wirklich zum Fußballspielen bestimmt sind und kritzelten mit den Fußballschuhen etwas verzweifelt kryptische Botschaften in den Rasen. Dann aber stabilisierte sich das Spiel und man brachte es zu einem recht beachtlichen Nur-2:5 Rückstand zur Pause. Nach der Halbzeit wendete sich das Blatt aber schlagartig. Die CoBi Allstars diktierten Tempo, Taktik Laufstärke und glänzten durch einige brandgefährliche Paraden. Die sogar mit Torerfolgen belohnt wurden. Der Club of Masters sah kurzfristig eher alt aus. Die Literaten beherrschten das Spielfeld fast nach belieben. Und erkämpften bis zum Abpfiff durch FIFA-Schiedsrichter Konrad Plautz eine 4:7 Niederlage. (Interessantes Detail am Rand: Die zweite Hälfte konnten die Literaten mit einem Score von 3:2 sogar für sich entscheiden). Auch der Kapitän der Masters (Rodelsuperstar Markus Prock) gab es offen zu. Schon lange nicht mehr hätten sie einen so niedrigen Sieg errungen. Kurz gesagt: Das vielerorts prognostizierte sportliche Debakel der Literaten blieb aus. Argumente wie: "Zum Schluß waren die Literaten zu fünfzehnt auf dem Spielfeld", stimmen zwar, sind aber nicht Grund des respektablen Ergebnisses, nur eine kleine Nebenerscheinung, die von Herrn Plautz durch keine gelben oder roten REKLAMHEFT-Karten geahndet wurden. Wem das Spiel trotz aller Kunststücke, die auf dem Rasen geboten wurde, weniger gefallen hat, der konnte sich an den intellektuell-literarischen und fußballtechnischen Kommentaren von Elias Schneitter und Helmuth Schönauer erfreuen. Lange wird mich zum Beispiel noch die Frage beschäftigen, die auch Schönauer stellte, ob der Zuschauer den Ball behalten darf, wenn er von einem Spieler auf die Tribüne geschossen wird, oder nicht. Immerhin, so ein WM-Ball ist ja nicht ganz billig. Daniel Furxer |