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AUSSCHREIBUNG IM CHAOS LIEGT DIE ORDNUNG... Das Tirol Literaturmagazin Cognac & Biskotten veröffentlicht Ende 2005 zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Doppelnummer. Der Spruch "Im Chaos liegt die Ordnung" gibt zugleich das Thema dieser Ausgabe Nr.21/22 vor: CHAOS und ORDNUNG! Auf dieser Seite findet Ihr nun die Ausschreibungstexte zu dieser Doppelnummer, wobei die Einreichfrist bereits vorbei ist.
Ausgabe Nr. 21: Thema "Chaos" - Motto "Gefühlsausbrüche & Naturgewalten" "Der Schlag eines Schmetterlingsflügels im Amazonas-Urwald kann einen Orkan in Europa auslösen." Dieser Satz stammt von Edward Norton Lorenz, geboren am 23.Mai 1917 in West Haven, Connecticut, USA. Gestorben: lebt noch, wird also heuer 88 Jahre alt. Derzeitiger Beruf: emeritierter Professor der Meteorologie am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Standort: Cambridge, Massachusetts USA. Gegründet 1861, weltweit führende Universität im Bereich von technologischer Forschung und Lehre. Forschungshighlight: Lorenz-Attraktor (1963) - er dient zur Modellierung der Zustände in der Erdatmosphäre zum Zweck einer Langzeitvorhersage. Interessantes Detail am Rande: Berechnet man den Lorenz Attraktor, stellt er graphisch umgesetzt einen Schmetterling dar. Im Zuge dieser Forschungstätigkeit erforschte Edward Norton Lorenz ebenfalls im Jahre 1963 den Schmetterlingseffekt (Rubrik Chaosforschung). Der Schmetterlingseffekt tritt bei komplexen Systemen auf, die deterministisches chaotisches Verhalten zeigen. Diese Systeme besitzen die Eigenschaft, dass sich kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen im Laufe der Zeit exponentiell verstärken. Das Chaos ist also mathematisch berechenbar, wenn auch nur für einen kurzen Zeitraum. Die Auswirkungen für längere Zeiträume sind nicht vorhersehbar. Wie Sie sehen, das Chaos ist sehr komplex, Mathematiker beißen sich da oft die Zähne aus, wir ersparen Ihnen also mathematische Formeln zur Chaosberechnung. Ursprünglich verwendete Lorenz in seinem berühmt gewordenen Zitat den Flügelschlag einer Möwe anstatt den eines Schmetterlings. Vielleicht wurde Lorenz durch die 1952 erschienene Kurzgeschichte "Ferner Donner" von Ray Bradbury inspiriert. In dieser Geschichte tritt ein Zeitreisender versehentlich auf einen Schmetterling und sorgt dadurch für Veränderungen in der Gegenwart. Einsendeschluss: vorbei!
Ausgabe Nr. 22: Thema "Ordnung" - Motto "I-Tüpferlreiter und Zweierreihen" "Die Menschen ändern sich ja nicht von heut auf morgen und suchen in einer neuen Ordnung die Fortsetzung der alten." (Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit) Ordnung bestimmt das ganze Leben. Ohne Ordnung und Struktur könnten wir wahrscheinlich gar nicht überleben, denn das Durchstrukturierte gibt uns die Sicherheit der Kontrolle über die Tätigkeiten, die wir ausführen, und die Gewissheit der Regelmäßigkeit im Leben. Wir schaffen uns Ordnungssysteme damit wir unsere Welt erklären können, damit wir in der Lage sind, unser tägliches Leben zu organisieren und zu reflektieren. Müssten wir jeden Morgen überlegen, wie wir unser Ordnersystem sortieren, oder wie wir unsere Daten im Computer verwalten, es würde uns unendlich viel Zeit kosten. Denkmuster sind ebenfalls Ordnungssysteme, wir kategorisieren verschieden Literaturströmungen, Musikstile, Formen des Umgangs mit Menschen, Arten der Liebe, politische Einstellungen etc. - kurz gesagt: Wir schaffen uns ein Weltbild. In Lebensumbrüchen passiert es aber oft, dass wir die alten Ordnungsschemata hinterfragen und neue Ordnungsparameter in unserem Leben herstellen. Chaos bricht immer wieder über unser Leben herein. Die Kunst ist dabei, dieses Chaos wieder in eine schlüssige Ordnung für sich selbst zu bringen. Marcel Proust hat, ähnlich wie Max Frisch, eine pessimistische Auffassung, was die Fähigkeit eines Menschen, sich zu verändern, betrifft. Wie oben angeführtes Zitat beweist, meint er, dass der Mensch doch immer wieder in seinen alten Denkmustern verhaftet bleibt, wenn er eine neue Ordnung sucht; entweder aus Bequemlichkeit, oder aus der realen Unfähigkeit, sein Leben zu verändern. Einsendeschluss: vorbei! Text: Daniel Furxer 2005 |
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by mag. angelika moser 2004
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