Im Chaos lag die Ordnung?
Präsentation der Ausgaben Nr.21/22 - Innsbruck

Ein Nachbericht von Gabi Wild

Fotos von Herbert Margreiter und Eveline Schmutzhard

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Ein Schulgebäude - also ein Gebäude, das vom Kampf gegen das Chaos und für die Ordnung geprägt ist, hatte Cognac&Biskotten zum Ort des Geschehens erkoren. Am 2. 12. 2005 fand im BORG (Bundesoberstufenrealgymnasium Fallmerayerstraße 7) in Innsbruck die Doppelpräsentation der Ausgaben Nr. 21 und Nr. 22 zu den Themen "Chaos" und "Ordnung" statt.

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Chaos und Ordnung - zwei gegensätzliche Begriffe?! Oder zwei sich ergänzende?! Im Chaos liegt doch eigentlich die Ordnung - das sollte das Co & Bi - Publikum an jenem Abend am eigenen Leib zu spüren bekommen.
Chaotisch begann der Abend, wobei Aufmerksame schon zu Beginn eine Kategorisierung feststellen konnten. Wurde doch jeder Gast mit einem Sticker ausgestattet, der einen entweder als Chaot/in oder als Pedant/in auswies. Auffallend viele outeten sich als Chaoten und stürzten sich freudig in den Chaosteil.

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Im ersten Teil der Ausgabenpräsentation, die der Ausgabe Nr. 21 (Thema Chaos) gewidmet war, bestand die Aufgabe des Publikums vorerst überhaupt darin, zu den AutorInnen zu finden. Deren Lesungen waren auf vier Stockwerke der Schule verteilt. Auch hier hatte das Cognac&Biskotten Team vorgesorgt und eine Spur (=Absperrband) in das Chaos gelegt. Den Gästen wurde ein Lageplan ausgeteilt, um die Lesenden in dem großen Gebäude leichter auffindbar zu machen .

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Eine Stunde wurde die Schule nun von ChaotInnen und PedantInnen durchwandert und eine Stunde präsentierten die Literasten und Literastinnen der Chaos Ausgabe ihren Text im Kreis bzw. Endlosschleife. Und damit nicht genug. War man doch überrascht den internationalen Stargast Martin Amanshauser, in einem beinahe völlig verwüsteten Klassenraum inmitten von umgeworfenen Stühlen und umgedrehten Tischen vorzufinden. Irritierte es doch, den Tiroler Ehrengast Bernhard Aichner im Physiksaal in einem Lichtkegel, umgeben von eigenartigen blauen Gebilden, die wie unbeteiligte Zuhörer wirkten, zu sehen und machte es doch einen eigenartigen Eindruck den Biskotten-Boss Thomas Schafferer im Chemiesaal mit einer Stirnlampe auf einem Tisch liegend und lesend vorzufinden. Vielleicht rätseln auch einige ZuhörerInnen heute noch wer sich eigentlich in der, von Blitzlicht erfüllten Bibliothek befand, die mit dem Hinweis "Restliche AutorInnen" beschildert war und die merkwürdigsten Töne spuckte.

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Auch die weiteren Tiroler AutorInnen sorgten in den unterschiedlichsten Räumen für keine Entwirrung des Chaos. In der Schülergarderobe verfing sich Georg Aichinger scheinbar in einem Salat aus Toilettenpapier. Bibiana Benini las im Wechselraum auf dem Pult am Stuhl, neben sich einen aufgeklappten Wäschestände, sinnlose Haushaltsgegenstände im Raum wahllos verteilt. Kulturmagazin "Artefact"-Macher Wolfgang K. Mathies-Zoller hingegen saß im Werkraum, in gelbes, grünes, blaues und rotes Licht getaucht, Blütenduft um ihn herum. Während im Biologiesaal Hochwasserfotos am Bildschirm dahinflossen und Cognac-Redakteurin Gabi Wild am Tisch im Schneidersitz ihren Text interpretierte. Maria Koch in der Töpferei war gefangen in einem Netz an Schlagzeilen "Undurchsichtiges CIA-Geflecht / Schneestürme: Winter stürzt auch Westeuropa ins Chaos / Killer Wave! / Der Aufstand wird zum Flächenbrand !...".

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Doch zum Rätseln blieb nicht allzu viel Zeit, denn nach einer Stunde rief ein schriller Pfiff zur Ordnung. Dem strengen Ruf der OrdnerInnen (der jungen Leute in schwarzem Anzug und mit Sonnenbrille) zufolge musste sich das Publikum im Festsaal des BORG versammeln. Unter gestrengem Blick wurden, den nun etwas eingeschüchterten ChaotInnen und den sich nun wohler fühlenden PedantInnen, die Regeln für den zweiten Teil des Abends - der Präsentation der Ordnungsausgabe Nr. 22 - verlesen.

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Die ZuschauerInnen wurden aufgefordert ihre Handys abzuschalten, nach jeder Lesung zu klatschen, auf den Plätzen ruhig zu sitzen und nicht zu rauchen. Außerdem durfte bis zum Ende der Präsentation niemand mehr den in trübselig ordentlichen Dekor und Licht getauchten Saal verlassen.

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Damit auch auf der Bühne alles von Anfang bis Ende seine Ordnung hatte, gab es für jeden Autor und für jede Autorin während der Zeit der Lesung Begleitschutz.
So wurde gleich zu Beginn der internationale Stargast Silke Scheuermann auf die Bühne geleitet, die ihre "Neuordnung der Landschaft ins Nichts hinein" präsentierte.

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Der Reihe nach wurden nun "ordentliche" Texte vorgelesen. Da wurde das Pfandsystem neu interpretiert (Martin Fritz: Allein kochen sie dich ein) oder der "Sprung in der Weltordnung" thematisiert. (Tiroler Ehrengast Julia Rhomberg). Außerdem lasen noch die Tiroler AutorInnen Markus Stegmayr (Drohendes Auseinanderfallen), Christa H. Raich (u.a. entsorgend), Ronny Boch (Vor dem Danach), Maria Koch (u.a. ordentlich), Claudia Angerer-Foissner (Ordentliche Unordnung) und Biskotten-Scheffe Thomas Schafferer (Am Anfang war die Ordnung).

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Pünktlich um 21:45 wurden die erschöpften ZuhörerInnen entlassen und als um Punkt 22:00 in der Schule das Licht ausging, sah es so aus als wäre Cognac&Biskotten nie hier gewesen und als hätte nicht noch vor ungefähr zwei Stunden das totale Chaos geherrscht.

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P.S.: Die feuchtfröhliche Aftershow-Party feierten die Co & Bi - Freaks übrigens mit dem einen oder anderen Stargast im Couch Club (Anichstraße 7) in Innsbruck.