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Thomas Hanny
Es wird früh dunkel jetzt.
Der Mond hat die Farbe einer elfenbeinernen Billardkugel.
Silbern, wie Blindschleichen in einer Regenwiese
glänzen die Spuren der Autos am nassen Asphalt.
Ich lese in der Zeitung.
Die Welt geht in Fransen.
Mir gegenüber sitzt eine Frau.
Ein riesiger Glasaschenbecher steht vor ihr auf dem Tisch.
Glas und Asche.
Der Inbegriff von Kultur.
Sie hält die Zigarette in einer Hand aus elastischem Porzellan.
Die Farbe ihrer Haut ist Sand, Holz und Vulkanlicht.
An der Wand hängt ein Foto von Kishin Shinoyama.
Nackte japanische Frauen am Strand.
Sie wartet anscheinend auf jemanden.
Ein französischer Film fällt mir ein.
"Der Mann der die Frauen liebte".
Der Mann hatte nur eines im Sinn.
Schönheit und Spiel.
Wer will es ihm verübeln?
Wenn er die Frauen verabschiedete, tat er das immer mit denselben Worten.
"Wir sind frei".
Eine zweite Frau kommt herein und setzt sich zu der ersten.
Sie unterhalten sich.
Schälen sich aus Strickjacken, bestellen mit ausgestrecktem Zeigefinger
Tee
Die erste Dame richtet sich die Strümpfe.
Vielleicht eine Spur zu spät wird ihr die Erotik ihrer Bewegung bewusst.
Sie schaut mir in die Augen.
Ich lächle.
Sie lächelt.
Die Nackten am Foto lächeln.
Später gehen die beiden, in irgendein Gespräch vertieft.
Der Mond hat die Farbe einer vergilbten Tapete.
Die Gullys saufen Wasser.
Die Nackten am Foto setzen sich.
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