Cobi Poetry Slam Nr. 7

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Die letzte Veranstaltung der Reihe Co & Bi Poetry Slam ging auf Grund der brennend heißen Juni-Tage unter dem Motto "HUNDSTAGE", am 27. Juni 2003 im Bierstindl über die Bühne. Trotz der Gluthitze draußen wie drinnen war der Raum mit über fünfzig ZuschauerInnen gefüllt.

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Hitzkopf Markus Köhle bewahrte kühlen Kopf bei der Moderation dieses heißen siebten Innsbrucker Slams, an dem erstmals vierzehn SlammerInnen teilnahmen und lies das Publikum mittels Losentscheid über die Startreihenfolge bestimmen.

DIE VORRUNDE
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Als erster Slammer ging Naturwissenschafter Ronny Boch, der zum ersten Mal dabei war, mit ernsthaft gereimten Gedichten zum Sinn des Lebens, die Titel wie "Der Schwimmer" oder "Gedankenkür" trugen, ins Rennen.

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Danach lies Slam-Veteran bzw. Slam-Nr.05-Gewinner Lukas Kerschbamer seinen "Sonntagsgefühlen" freien Lauf, indem er von Urlaub (auf Golgotha), Garten (bewusstes Unkrautpflanzen) und Hunden (mit Katzen im Magen) passend zum Motto des Slams las.

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Slam-Kult-Duo Gina (Hartwig) + Flo (Hackspiel) dialogisierte wie immer gekonnt theatralisch. Ihre Verwechslungskomödie handelte von einer Frau und einem Mann, die beide verlassen wurden nach 7jähriger Partnerschaft und vom Kochen, Rasenmähen und Betrogenwerden.

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Neo-Innsbruck-Slammer Malte Borsdorf hatte drei witzige Gedichte zum Thema "Stadt" vorzutragen, die von pupsenden Postboten ("Gefühl"), ins Klokotzen in Rausches Land ("Alkoholikermorgen") und hundebekoteten Straßen und Fassadeneremiten ("Stadt im Flug") erzählten.

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Stefan Abermann - zum ersten Mal beim Co & Bi Slam - las eine ernste Kurzgeschichte über das Beenden einer Beziehung am Telefon und über den darauffolgenden übermäßigen Weinkonsum, wo einem schon mal das Wohnzimmer am Kopf vorbei zu fliegen beginnt.

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Hernach performte Kai Rossmann mehrere subtile Kurzprosa-Texte. Da breiteten Modells ihre Bäuche über die Welt aus und Mütter wurden getötet, während einer gierig Wurst mit den Fingern isst und sogar noch Daumen lutscht.

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Slam-Kult-Oldie Güle G. Lerch kabarettierte dann mundartig, daß er wegen seines "gelben Rotzes" zum Arzt musste und dass der ihm dagegen Antibiotika also Schrimps, Schweinefleisch und Temelin (vor dem Essen einzunehmen) verschrieben hatte.

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Im Anschluss las Slam-Newcomer Andreas Kofler ernste, melancholische Lyrik über die Sinnsuche abseits des Stroms und witzige Texte über Hanfblätter für Hunde (passend zum Motto) bzw. über den Touri-Terrorismus im Ötztal.

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Ebenfalls Slam-Neo Diana Köhle - die Schwester des Moderators - outete sich unter dem Motto "FUSS-SCHWITZEN" als Schuhkennerin indem sie eine autobiografische Schuhabrechnung vom Jogging High über Sneakers, Docks bis Clarks präsentierte.

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Und noch ein Newcomer las seine Texte: Marc Glorius wanderte tausend Kilometer entlang der Küste unter dem Meereshimmel und vorbei an Blumenfeldern und sinnierte über das "Narrisch werden", über das innere Elend, die Schmerzen und den Zweifel.

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Co & Bi Slam-Superstar Jörg Zemmer liest einen Zeitungsartikel über Springsteen und R.E.M. und fordert daraufhin in seinem Plädoyer einen baldigen Einsatz von Kernwaffen zur Ausrottung der Menschen "...weil wir es verdient haben".

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Co & Bi Slam-Gewinnerin Christine Öhlinger fragt (diesmal nicht lustig) mit angstvollem Rasen im Kopf in ihren Kurztexten "...wer bist denn schon?", erklärt, dass "Daisy" (auf engl.) Gänseblümchen bedeutet und dass ein Schatten nicht aus Glas sein kann.

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Passend zum Motto Hundstage liest Co & Bi - Slam-Newcommerin Birgit Krista ihren Text "Der Raucher, der einen Hund hatte". Subtil gestrickt, entpuppt sich die erotische Geschichte über Virginia Slim, der Tochter eines Tabakpflanzers als Metaphernkonglomerat über das Rauchen.

COBI POETRY SLAM NR. 7- Das Finale
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Nur fünf der vierzehn SlammerInnen schafften den Sprung ins Finale, da das Publikum knallhart abstimmte und auch Modera-Tor Pilzkopf Markus keine Gnade kannte.

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Im Finale trug Lukas Kerschbamer sein "Miststück" frei aus dem Gedächtnis (mit offenem Hosenstall) vor, weil er keinen anderen Text dabei hatte. Nur eine Minute und zehn Sekunden dauerte die Performance des bereits bei einem Slam (spektakulärer und vollständiger) vorgetragenen Inhaltes.

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Mit todernster, eingeschlafener Stimme las Malte Borsdorf unter anderem die Texte "Nachtgesellschaft" über nächtliches Lokalpublikum und "Schrebergarten" über Kniebundhosen-Träger und Dursthascher.

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Güle G. Lerch erzählte danach in seinen ernsten Texte "Ugly" auf Englisch vom "Liebe in der Nacht machen" und "...und wer frei ist, ist ein König" vom Brachland und dem Wind, der sein Gedächtnis verliert.

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Dann lieferte Birgit Krista eine ironisch lustige, aber politische Weihnachtsgeschichte ab, die vom Zusammentreffen von McCarthy und Santa Claus berichtete. Die gereimte Story endet damit, daß McCarthy den Santa - ein "Kommunist mit Geschenken" erschießt.

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Jörg Zemmers Texte in subtilem Dada-Trash-Humor handelten von Kühen (auf der Annasäule), Kindern, Autos, Mist, Eisessen und von einer blinden Katze, die mit einem tauben Hund in ein Aquarium schaut.

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Dann aber endlich hatte das Publikum mittels Applaus diesen letzen Cognac & Biskotten Slam und zugleich siebten Innsbrucker Slam zu entscheiden.

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Kurze Zeit später war wieder einmal eine Sensation perfekt: Birgit Krista gewinnt den Slam und bekommt die Siegesprämie von hundert Euro aus den Händen des Moderators überreicht.

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Der Sieg von Birgit Krista bei diesem letzten Co & Bi Slam bestätigte die Tendenzen aller Slams dieser Reihe. Einerseits gewann bei jedem Slam ein/e andere/r SlammerIn und andererseits blieben meistens Frauen, die zum ersten Mal dabei waren, siegreich und verwiesen ihre männlichen Mitfighter auf die Plätze, wie in diesem Fall Malte Borsdorf auf Platz 2 und Jörg Zemmer auf den dritten Platz.

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CO & BI POETRY SLAM NR.07 - Das amtliche Endresultat:

1. Birgit Krista
2. Malte Borsdorf
3. Jörg Zemmer